Die Frage die mich an diesem viel zu heißen Dienstagnachmittag beschäftigt, ist eine Frage der Gerechtigkeit.
Da Gerechtigkeit im Blickwinkel des Betrachters liegt, ist die Frage natürlich nicht objektiv zu beantworten.

Ist der Kapitalismus wie wir ihn kennen und praktizieren ein Wirtschafts- oder ein Herrschaftssystem?

Zunächst einmal könnte man sagen, jeder einzelne Mensch hat die Möglichkeit in einem demokratischen kapitalistischen Staat, im Rahmen seiner Ideen und Möglichkeiten, erfolgreich zu werden und Geld anzuhäufen. Der amerikanische Traum geht in diese Richtung. Kapitalismus als Chance auf Reichtum, Selbstentfaltung und und und:

Nun haben wir bekannterweise das Problem, dass die Staaten sich dem Kapitalismus verpflichtet fühlen. Einflussreiche, reiche Leute, haben eine bessere Lobby als der unorganisierte einfache Mann (oder Frau).

Die Interessen der Reichen werden also in einer pluralistischen Demokratie immer ein größeres Gewicht haben, als die der anderen Bürger. Dies drückt sich dann zum Beispiel in niedrigen Spitzensteuersätzen aus.

Das Kapital vermehrt sich also von sich aus, es gibt keine Grenze und kaum Möglichkeiten auf den Zug aufzuspringen. Ist also der Kapitalismus doch ein Herrschaftssystem?

Vielleicht beides, vielleicht nichts davon. Auch hier ist der Blickwinkel das Entscheidende!

Oder was meint Ihr?

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