Eine staubige, von der Sonne verdorrte Sandstraße führt durch einen kleinen Ort in dem schiefe Holzhäuser stehen, deren Türen im Wind knarren. Zwei Rivalen stehen sich gegenüber: Der eine groß und muskelbepackt, mit einem dichten Bart und stechenden Augen, einen Zahnstocher im Mundwinkel. Der andere ist ungleich kleiner, hat ein verschlagenes Gesicht, ein spitzes Kinn und trägt einen fast banal wirkend großen Colt.
Der kleine schmierige hat am vergangenen Morgen das Grundstück der bärtigen betreten, angeblich um seine Taschenuhr zu suchen. Dieser wiederum war mit einer Schrotflinte bewaffnet aus dem Haus gestürmt und hatte wild um sich gefeuert – immerhin befand sich der Eindringling auf Privatbesitz. Nun endet das ganze bei Abenddämmerung in einem Duell. So oder so ähnlich kennen wir es aus Wild West Filmen und im Grunde genommen wird es ähnlich auch heute noch in den USA praktiziert. Nicht unbedingt das mit dem Duell, aber sehr wohl der Teil mit dem Recht auf Eigentumssicherung durch Schusswaffengewalt.
Am Montag hat nämlich die höchste US Instanz, der Soupreme Court das Recht aller Amerikaner auf unbeschränkten Waffenbesitz erneut bestätigt. Das ohnehin knapp 219 Jahre alte Gesetz wurde nun erstmalig auch höchstrichterlich verankert und stellt einen großen Sieg für die Waffenlobby dar – nicht zuletzt da diese aufgrund der zunehmenden Gewaltdelikte mit Waffenbeteiligung in den USA zunehmend in Bedrängnis geraten war. Liberale sprechen nicht ganz zu Unrecht davon, dass nun praktisch jeder Bundesstaat ein „Wild West Staat“ sei und die demokratische Senatorin Dianne Feinstein meint:
„ Das Gericht hat dieses Land somit nicht sicherer gemacht, sondern unsicherer“.
Das sehen die Befürworter der Waffengesetzte (allen voran die Waffenlobby NRA) zweifelsfrei nicht so, für sie ist es „Ein toller Moment in Amerikas Geschichte“.
Zu dem Rechtsstreit kam es, da in Oak Park bei Chicago seit 1982 der Waffenbesitz für Privatpersonen verboten ist und dagegen viele Bürger geklagt haben. Nicht auszuhalten sei es für einen US Bundesbürger ohne Schusswaffe im Haus leben zu müssen.
Wenn man sich die Waffenmissbrauchsdelikte in den USA anguckt kann ich nicht verstehen wieso die Waffenlobby in den USA so stark ist, bzw. wieso derart viele US Bürger anscheinend nicht erkennen, dass es effektiver ist mit einem Waffenverbot gegen Kriminalität vorzugehen, als mit Waffengebrauch diese gewaltsam zu bekämpfen.
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Bundesstaat |
Einwohner |
Morde gesamt |
Häufigkeit/ 100.000 Ew. |
Morde mit Schusswaffe |
Häufigkeit/ 100.000 Ew. |
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USA (gesamt) |
300,9 Mio. |
14.990 |
5,0 |
10.177 |
3,4 |
Quelle: Wikipedia.de
Anscheinend sind diese großartigen amerikanischen Freiheiten und Werte aber so tief in die Köpfe der Bevölkerung gebrannt, dass jegliche vernünftige Argumentation von vornherein überflüssig ist. Der Amerikaner braucht seine Waffen - BASTA. Da dran wird sich wohl in naher Zukunft nichts ändern. Wollen wir hoffen das die Wild West Mentalität sich mehr auf das farming und Rodeo fokussiert, anstatt auf wilde Schiessereien.

