Salve Leser!

Beim lesen diverser Blogs und anderer Texte muss ich immer wieder feststellen, dass im Volke ein großes Unrechtsempfinden zur derzeitigen soziale Lage herrscht.
Im Detail heißt das, dass viele Mitbürger aufgrund der sozialen Lage in unserem Land und dem größer werdenden Arm-Reich Gefälle Gefühle entwickeln die zwischen Neid, Hass oder auch Angst liegen.

Die Reichen bereichern sich zusätzlich an den Armen. Millionäre, so gaukeln es nicht zuletzt die Medien vor, leben ein sorgenloses Leben in „saus und braus“. Schicke Autos, riesige Hotelsuiten, Privatjets, Whirlpools und was noch alles dazugehört. Reichtum auf Kosten der arbeitenden Unterschicht, die in Fabriken oder Büros für Stundenlöhne zwischen 6 und 12 Euro arbeitet, von dem Gehalt einen Großteil an den Staat durch die Steuern abführt und sich bis auf einen Sommerurlaub alle paar Jahre keinerlei Luxus leisten kann.

Die Demokratie hat ausgedient. Wahlverdrossenheit, oder Links bzw. Rechtsrucke in der Bevölkerung sind nicht zuletzt Symptome dieses Unrechtsgefühls.
Nur, seien wir mal ehrlich. Die „Unterschicht“ ist zu Ruhe gekommen. Trotz dieser Meckereien und diverser Stammtischgespräche auf denen Hasstiraden gegen die Kapitalisten verbreitet werden, sehe ich kaum ernsthaften Widerstand, kaum politische Partizipationsbestrebungen, im Gegenteil: Man beschwert sich zwar, verharrt aber in Passivität.

Doch wie kam es dazu? Wieso haben wir nach jahrhundertelangen Klassenkämpfen und Revolutionen eine kaum kleinere soziale Kluft zu den Eliten, als es unsere Vorfahren die vor den großen Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts lebten hatten? Das diese Aussage ein wenig zugespitzt ist möchte ich nicht abstreiten, trotzdem ist die soziale Unterschicht definitiv nicht der Gewinner der letzten 500 Jahre, soviel steht für mich fest.
Der eindeutige Gewinner ist das Großbürgertum und die Kapitalisten. Während sich zu Zeiten der Feudalgesellschaften der Adel sowie der Klerus über dem 3. Stand erhoben, haben vielfältige Faktoren, wie z.B. die Industrialisierung, aufklärerisches Gedankengut und Schriften der großen Philosophen und Staatsrechtler, sowie andere Ereignisse eine Verlagerung der Verhältnisse geschaffen.

Schon Aristoteles hat gesagt: Demokratie führt zur Oligarchie (oder Tyrannis), und so scheint es nun auch gekommen zu sein.
Anstelle des alten Adels in der Feudalgesellschaft ist nun das Großkapital getreten.
Die Bemühungen der ehemals weitgehend geeinten Unterschicht, eine soziale und politische Reform zu schaffen, ist insoweit geglückt, als das sich diese Unterschicht nun selbst in zwei Lager gespalten hat (sehr vereinfacht ausgedrückt, natürlich gibt es weitaus mehr Abstufungen): Das Lager der wohlhabenden Großgrundbesitzer (als Synonym für die Kapitalisten) und das Lager der arbeitenden Klasse. Der große Gewinner aller revolutionären Bemühungen und der damit einhergehenden Rufe nach Freiheit, Gleichheit und Demokratie hat also zum einen zu einer oligarchischen Gesellschaft geführt, die Aristoteles bereits zu Zeiten der griechischen Stadtstaaten mit Demokratie in Verbindung gebracht hat, - zum anderen hat sich das Großbürgertum herausgebildet, und in wenigen Jahrhunderten einen fulminanten Aufstieg vollzogen, das sie letztendlich zur herrschende Klasse gemacht hat. Verlierer des ganzen ist und bleibt der Großteil der Bevölkerung die keine kapitalistischen Erfolge aufweisen können und nach wie vor in Tradition des alten 3. Standes stehen.

Vielleicht bedarf es noch einmal 500 Jahren und einigen Revolutionen bis auch wieder Teile dieser Schicht den Sprung aus der sozialen Ungerechtigkeit schaffen. Zweifelsfrei kann es aber in keinem freien demokratischen System so sein das alle gleich sind – politisch ja, sozial nein. Wie es damals das Naturrecht vorgesehen hat, dass es von Geburt aus Standesunterschiede gibt, begünstigt heute zweifelsfrei die menschliche Veranlagung, dass sich immer Teile der Bevölkerung an anderen bereichern, sie also dominieren. Nur so funktioniert ein menschliches zusammenleben, es ist Teil unserer natürlichen Hierarchie und nicht zuletzt ein Nebenprodukt der alten Forderungen nach Freiheit und Eigentumssicherung.

Das bedeutet jedoch nicht, dass der Mensch der von dieser sozialen Ungleichheit betroffen ist, sich nicht wehren darf und nach Abbau der Privilegien der oligarchischen Herrscherschicht streben darf.
Nun scheint es aber so, dass das Volk müde ist. Müde von der Revolution und müde von einem nie endenden Klassenkampf.
Man hat sich abgefunden mit dem was man erreicht hat: Der politischen Gleichheit! Man strebt nicht mehr aktiv nach der sozialen!

Nun scheint man aber vergessen zu haben weshalb man die politische Gleichheit gefordert hat. Das grade dieser Teilsieg eine Riesenchance darstellt. Wahlen ohne einkommensabhängiges Zensuswahlrecht bieten eine riesige Möglichkeit nun auch aktiv mehr für die soziale Gleichheit zu kämpfen, und das ganz ohne Revolution, sondern ganz im Rahmen der parlamentarischen Möglichkeiten, also eher evolutionöre Reformen als revolutionäre (mit dem Nebeneffekt das diese oftmals unblutiger sind).

Die europäischen Völker haben für die Demokratie gekämpft!
Wir Mitteleuropäer leben nun in Demokratien!
In einer Demokratie ist das Volk der Souverän!

Für jeden Missstand ist das Volk selbst verantwortlich, nicht die oligarchischen Eliten!!!

Demokratie