Heute beschäftigen wir uns mal mit der Rolle des Außenseiters. Ein Thema zu dem eigentlich jeder etwas sagen kann, denn jeder von uns ist schon einmal mit Außenseitern in Berührung gekommen.
In der Schule waren Außenseiter meist diejenigen, die sich nicht von der Gruppendynamik haben mitreißen lassen, sondern ihr eigenes Ding gemacht haben - sei es aus Schüchternheit, Arroganz oder einfach aus der Überzeugung das man nicht immer mit dem Strom schwimmen muss. Das der Begriff Außenseiter negativ besetzt ist, liegt meines Erachtens daran das es sich meist um Minderheiten handelt, und welche Minderheit wird denn nicht kritisch gesehen? Richtig, so ziemlich keine.
Das allwissende Online Lexikon Wikipedia definiert den Begriff des Außenseiters wie folgt:
Als Außenseiter bezeichnet man natürliche Personen(soziologisch: „Akteure“) oder soziale Gruppierungen (soziologisch: „kollektive Akteure“),
• die sich in einem bestimmten Bereich als Nichtfachleute oder Uneingeweihte herausstellen oder sich selbst als solche empfinden;
• die außerhalb gesellschaftlicher Gruppen stehen;
• die von einer anderen Gruppierung auf Grund von (sehr unterschiedlichen) Normen ausgegrenzt („exkludiert“) werden;
• die von einer Gruppe kollektiv als „unsympathisch“ eingestuft werden und damit psychologisch stigmatisiert werden;
• die sich selbst – erfolgreich – als etabliert und komplett (insoweit als eine legitime „Gemeinschaft“) verstehen (die z. B. ein „Establishment“ ausmacht)
• die nicht selten auf erfolgte Ausgrenzung mit einer Selbstausgrenzung antworten.
Nun möchten wir den Bogen zu einer aktuellen politischen Debatte schlagen und somit auch gleich auf meine Lieblingspartei - die FDP eingehen.
Seit der Abwahl Helmut Kohls als Bundeskanzler, die mittlerweile schon über 12 Jahre zurückliegt, hat sich die FDP in der Opposition mit nur einer einzigen konkreten Forderung durch die Oppositionsjahre gekämpft, das war die Forderung nach Steuersenkungen.
Mir wurde einst von einem schlauen Menschen gesagt: Glaube keinem der dir die Lösung aller Probleme mit nur einer einzigen Handlung verspricht. Ich habe der FDP nicht geglaubt das sie die Universallösung kennt und sie all die Jahre nicht gewählt. Nun hat es diese Partei aber nun mal in die Regierung geschafft und trotz des riesigen Haushaltslochs pocht sie immer noch auf Steuersenkungen, auch wenn natürlich nicht mehr in dem Maße wie vor dem Amtsantritt, was wohl auch an der etwas näher an der Realität regierenden CDU liegen mag.
Nun kommen wir aber zu unserem Aussenseiter, und dieser ist wirklich bemerkenswert.
Jetzt hat doch tatsächlich Schleswig-Holsteins Fraktionschef Kubicki eine Anhebung des Spitzensteuersatzes von 45 auf 47,5% vorgeschlagen und behauptet sogar dies sei „zumutbar und sehr vernünftig“ und erklärt weiterhin, dass "das so gewonnene Geld zur Entlastung der unteren und mittleren Einkommensbezieher" im System bleiben sollte.
Natürlich will ich nicht behaupten, dass er das vorschlägt weil er so ein unglaublich liebenswerter, sozialer Mensch ist. Seine Motivation, so vermute ich, zieht er aus den aktuellen Umfrageergebnissen der FDP, die irgendwo knapp über den 5 Prozent liegen.
Dennoch, und das möchte ich betonen, ist er der erste FDP Politiker der Steuererhöhungen (und dann auch noch den Spitzensteuersatz für Jahresgehälter ab 250.000 Euro) vorschlägt.
Somit ist er für mich ganz klar: Der Außenseiter des Jahres 2010


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